Ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland

Ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland

Aktuelle Studien zeigen, dass das Vermögen der Deutschen immer weiter ansteigt. Doch innerhalb von der Bundesrepublik Deutschland ist das Vermögen sehr ungleich verteilt. Besonders die Vermögenden in der BRD profitieren von steigenden Immobilienpreisen und Aktienkursen. Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie der Bundesbank, deren Zahlen jetzt veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung

Schon zum zweiten Mal wurde diese Erhebung von der Bundesbank durchgeführt. Von April bis November 2014 fand dazu eine repräsentative Befragung statt. Die Ergebnisse sind nun im März 2016 veröffentlicht worden.

Oberen 10 Prozent der Bevölkerung besitzen knapp 60 % des Vermögens

Ganz deutlich weist die Bundesbank in ihrem Studienbericht darauf hin, dass die Ungleichheit in der BRD deutlich über dem Schnitt der Länder der Eurozone liegt. Und das trifft gleich auf mehrere Messgrößen zu. Die Erhebung kommt zu dem Resultat, dass in Deutschland den oberen 10 % der Bevölkerung knapp 60 Prozent (59,8 Prozent) des Vermögens gehören. Jeder Haushalt in Deutschland besitzt laut der Studie im Schnitt 214.000 Euro netto. 2010 hatte dieser Wert noch bei 195.200 € gelegen. Erhoben wurden von der Bundesbank für die Analyse Sachvermögen (Immobilien, Gewerbebetriebe, Schmuck, Autos) und Finanzvermögen (Wertpapiere, Aktien). Schulden in Form von Hypotheken oder Konsumentenkrediten wurden hingegen nicht berücksichtigt.

Der sog. Gini-Koeffizient stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 76 %. Dieser Wert zeigt auf, wie das Vermögen im Land verteilt ist. Je höher der Wert liegt, desto ungleicher ist die Verteilung. In der Eurozone lag dieser Wert 2014 bei 69 Prozent.

Nettovermögen steigt bei Hausbesitzern

Die Entwicklung der Zinsen und Immobilienpreise macht sich beim privaten Vermögen bemerkbar. Insbesondere die Haushalte mit Immobilienbesitz konnten von 2010 bis 2014 deutliche Zuwächse verbuchen. Bei der Hälfte dieser Haushalte stieg das Nettovermögen um mehr als 33.500 Euro. Ganz anders sieht es da bei Mietern aus, weil diese nur einen Zuwachs von weniger als 1.000 € oder sogar Verluste verzeichnet haben.

Deutsche im europäischen Vergleich eher unvermögend

Wenn man das Vermögen der Deutschen mit dem Vermögen der Bewohner von anderen europäischen Ländern vergleicht wird deutlich, dass das Vermögen der Deutschen im Vergleich recht niedrig ist. Allerdings können die enormen Unterschiede teilweise begründet werden durch die unterschiedliche Methodik bei der Messung des Vermögens. Denn nicht in allen Ländern wird auf die gleiche Weise gemessen. Dennoch wird aber deutlich, dass in anderen mehr Haushalte eine eigene Immobilie besitzen.

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