Studie zum deutschen Insolvenzrecht – Insolvenzstudie 2015

Studie zum deutschen Insolvenzrecht – Insolvenzstudie 2015

Vorwiegend gute Noten bekommt das deutsche Insolvenzrecht gut 3 Jahre nach seiner Reform. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Company und der Wirtschaftskanzlei Noerr. Kritischer fallen dabei nur die Meinungen der ausländischen Experten aus.

Das neue Insolvenzrecht in der Praxis

Vor gut 3 Jahren fand durch das “Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG)“ eine Modernisierung des deutschen Insolvenzrechts statt. Um herauszufinden, wie Experten diese Reform sehen und wie gut das neue Insolvenzrecht in der Praxis ankommt, wurden im Zuge der Studie 220 Experten, darunter Richter, Anwälte, Insolvenzverwalter und Schuldner befragt.

Die Ergebnisse der Studie

9 von 10 Befragten sind der Meinung, dass die Reform das deutsche Sanierungsrecht attraktiver gemacht hat. Jedoch liegt das amerikanische und englische Recht bei den ausländischen Befragten vorne. Gegenüber dem Ausland werden vor allem das fehlende Kerninsolvenzrecht, ein sanierungsfeindliches Anfechtungsrecht sowie die Nichtberücksichtigung eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens als Nachteile genannt. Positiv gesehen wird hinwieder eine hohe Planbarkeit, die verbesserten Einflussmöglichkeiten für Gläubiger, eine zügige Sanierung und das Insolvenzausfallgeld.

Sanierungsrecht ist auf einem guten Weg

Im Großen und Ganzen haben die Resultate der Untersuchung gezeigt, dass das deutsche Sanierungsrecht auf einem guten Weg ist. Es sind jedoch zusätzliche Maßnahmen erstrebenswert, um insbesondere internationale Gläubiger und Investoren zu überzeugen. 84 % der ausländischen und 41 Prozent der deutschen Befragten wünschen vordergründig die Einführung von Englisch als zusätzlicher Gerichtssprache. Bleibt abzuwarten ob diese in den kommenden Jahren eingeführt wird, nachdem der Gesetzgeber in 2 Jahren seine eigene Evaluation der Neuregelung durchgeführt hat.

Beantragte Eigenverwaltungen wurden ebenfalls untersucht

Ein weiterer Bestandteil der Studie waren die zwischen März 2012 und Ende April 2015 beantragten Eigenverwaltungen. Hierbei zeigt sich, dass 33 Prozent in die Regelinsolvenz übergeleitet wurden. Die Befragten sehen als Hauptursache dafür die mangelnde Kompetenz des Managements in der Eigenverwaltung. Die gesetzlich regelbaren Kriterien für Verfahren in Eigenverwaltung sehen die Experten demgegenüber als weitgehend erfüllt an.

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