Neue Regeln für deutsche Kreditnehmer

Neue Regeln für deutsche Kreditnehmer

Zahlreiche Änderungen für private Schuldner soll ein neues Gesetz bringen. Doch Verbraucherschützer sehen die Änderungen noch kritisch und fordern Nachbesserungen. Auswirken wird sich das neue Gesetz auf Dispo, Ratenkredit und Baugeld.

Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Von dem Gesetzesentwurf, der am 25.09. in den Bundestag geht, sind in Deutschland alle Schuldner betroffen: Käufer die Ratenkredite nutzen, Kunden die ihr Konto überziehen aber auch Besitzer von Immobilien, die ihr Haus finanzieren. Grundlage dafür ist, dass die Wohnimmobilienkreditrichtlinie in deutsches Recht umgewandelt wird.

Dispokredite

In Zukunft sollen Banken durch das neue Gesetz dazu verpflichtet werden, ihre Dispozinsen im Internet zu publizieren. Fraglich ist jedoch ob dies in der Praxis dazu führen wird, dass zwischen den Banken ein stärkerer Wettbewerb stattfinden wird.

Immobilienfinanzierung

Bei den Zinsen für Baufinanzierungen können auf Grund der langen Zinsbindung und der in aller Regel sehr hohen Kreditsummen schon sehr kleine Abweichungen zu Kostenunterschieden von mehreren Tausend Euro führen. Für diesen Bereich schreibt der neue Gesetzesentwurf vor, dass Beratungsgespräche zukünftig in einem Protokoll zusammengefasst werden. Die Empfehlung des Bankers muss in diesem Protokoll dokumentiert werden. Die Verbraucherschützer empfinden dies allerdings als nicht ausreichend.

Widerrufsrecht des Kunden wird eingeschränkt

Auch das Widerrufsrecht der Kunden wird durch den Gesetzesentwurf eingeschränkt. Gegenwärtig können Kreditnehmer in Deutschland noch Verträge mit fehlerhaften Klauseln rückabwickeln, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Doch der neue Gesetzesentwurf schränkt das Widerrufsrecht des Kunden ein. Demnach soll ein Widerruf nach einem Jahr und 14 Tagen nicht mehr möglich sein – Selbst dann nicht, wenn der Darlehnsgeber seinen Informationspflichten nicht nachgekommen ist.

Bonität muss geprüft werden

Die Banken sind nach der Vorgabe der EU zukünftig dazu verpflichtet, die Kreditwürdigkeit der Kunden zu überprüfen. Für den Fall, dass beim Abschluss erhebliche Zweifel daran bestehen, dass der Kreditnehmer seine Raten bezahlen kann, drohen der Bank Sanktionen. Die Bank kann bei einem Zahlungsausfall keine Verzugszinsen geltend machen, sofern die Bank die Bonität vor dem Vertragsabschluss nur unzureichend geprüft hat.

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