Ich kann den Unterhalt nicht mehr zahlen – was kann ich tun?

Unterhaltsschulden begleichen

Schulden können in verschiedenen Lebensbereichen aufkommen und lassen sich deshalb in mehrere Arten einteilen. Äußerst unerfreulich, insbesondere weil sie nicht selten im Zusammenhang mit einer ehelichen Trennung aufkommen, sind die Unterhaltsschulden. Denn eine Ehescheidung bedeutet in der Regel für beide Seiten finanzielle Abstriche. So fallen u. a. die Steuervergünstigungen von Ehepaaren weg und zwei Wohnungen müssen bezahlt werden.

Was tun, wenn der Unterhalt nicht mehr bezahlt werden kann?

Sofern Sie den Unterhalt nicht zahlen können, weil Ihr Verdienst zu klein ist, sollten Sie versuchen den Unterhaltstitel anpassen zu lassen. Weitere Unterhaltsschulden können so vermieden werden. Hier kann Ihnen die Schuldnerberatung helfen und mögliche Fragen beantworten. Denn im Gesetz heißt es: „Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren“ (§ 1603 Bürgerliches Gesetzbuch). Wie hoch ein „angemessener“ Unterhalt ist, definiert das Gesetz hingegen nicht. Stattdessen erfolgt eine Ermessung am Einzelfall. Für die neuen Bundesländer gibt die Berliner Tabelle Anhaltspunkte, für die alten Bundesländer ist es die Düsseldorfer Tabelle.

Alte und neue Unterhaltsschulden

Differenziert werden die Unterhaltsschulden bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren in sog. „alte“ und „neue“ Unterhaltsschulden. Die alten Unterhaltsschulden sind schon vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelaufen. Sie können somit mit in den Schuldenberereinigungsplan integriert werden. Ebenso wie andere Schulden werden sie von daher restschuldbefreit. Ob es sich dabei um Unterhaltsschulden gegenüber dem Ehegatten, den Kindern oder der Vorschusskasse handelt ist nicht von Bedeutung.
Vergleichsweise problematisch sind neue Unterhaltsschulden. Denn neue Unterhaltsschulden werden nicht restschuldbefreit. Als neue Unterhaltsschulden bezeichnet man Schulden, die nach der Beantragung des Verbraucherinsolvenzverfahrens aufkommen. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die Unterhaltsbeiträge nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bezahlt werden. Weitere Einzelheiten und mögliche Konsequenzen kann Ihnen aber auch hier die Schuldnerberatung schildern und zudem das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Gespräche können ein Insolvenzverfahren verhindern

Bevor das Insolvenzverfahren eröffnet wird besteht auch stets die Chance einer außergerichtlichen Einigung. Trotz einer Scheidung sollten Sie von daher versuchen, mit Ihrem Ehepartner eine gütliche Einigung zu finden. Sollte dies nicht klappen, besteht noch immer die Möglichkeit einer Anpassungsklage. Fragen Sie bei Ihrer Schuldnerberatung nach und lassen Sie sich beraten. Denn je nach Situation ist eine Anpassung bis auf null € denkbar.

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