Erbe wegen Schulden ausschlagen

Erbe wegen Schulden ausschlagen

Beim Erben geht es nicht nur um Vermögen, sondern auch um Schulden, die der Erblasser hinterlässt. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Erben auch für die Verbindlichkeiten haften.

Erben sollten sich somit möglichst schnell einen Überblick verschaffen, wie die Vermögensverhältnisse des Erblassers sind. Sofern Sie das Erbe ausschlagen möchten, müssen Sie das beim Nachlassgericht oder einem Notar erklären. Dieses muss der Erbe innerhalb einer Frist von 6 Wochen ab dem Zeitpunkt, an dem er von dem Erbe erfährt, erklären.
Verstreicht diese Frist, gilt das Erbe als angenommen. Dann haftet der Erbe mit seinem Vermögen für die Verbindlichkeiten. Werden innerhalb der 6 Wochen Gegenstände des Erblassers benutzt oder verkauft, gilt das Erbe als angenommen.


Wer eine Immobilie erbt (egal ob Haus oder Wohnung), erbt auch die Verbindlichkeiten wie
Hypotheken, Steuerschulden, Kreditschulden, offene Rechnungen, überzogene Konten oder Verbindlichkeiten aus Bürgschaften. Hier hilft die Bestellung eine Nachlassverwalters, der unübersichtliche Hinterlassenschaften ordnet, Gläubiger zufrieden stellt und die Erbenhaftung auf den Nachlass begrenzt. Hier können Sie jedoch erst das Erbe erhalten wenn alle Schulden beglichen sind. Studien zeigen, dass etwa 23 Prozent aller Hauseigentümer über 69 Jahren ihre Immobilie noch nicht abbezahlt haben.

Falls Sie etwas erben, sollten Sie deshalb die Vermögensverhältnisse immer genau prüfen. Sortieren und Prüfen Sie die Papiere und Konten des Erblassers und erstellen Sie eine Übersicht des Vermögens und der Verbindlichkeiten. So erhält der Erbe eine finanzielle Übersicht und kann entscheiden, ob das Erbe besser angenommen oder ausgeschlagen werden sollte.
Auch bei ererbten Immobilien gilt die Frist: Ablehnung des Erbes innerhalb der sechs Wochen.

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