Deutsche Großstädte in der Schuldenspirale

Viele Großstädte in der Bundesrepublik sind hoch verschuldet

Trotz der guten Steuereinnahmen und den derzeit günstig zu bekommenden Krediten schreiben immer mehr deutsche Großstädte rote Zahlen. Jetzt warnen Wirtschaftsprüfer sogar davor, dass unter anderem aufgrund der Flüchtlingsausgaben die Schulden weiter steigen werden.

Gesamtverschuldung der Großstädte auf 82,8 Mrd. € gestiegen

Nach aktuellen Zahlen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ist die Gesamtverschuldung von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern (72 Städte) im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent auf 82,8 Milliarden Euro gestiegen. Der Anstieg ist damit noch stärker ausgefallen als im Jahr davor.

Jede zweite Großstadt hat mehr als 4.000 EUR Schulden pro Kopf

Laut der Analyse entfielen auf jeden Großstadtbewohner im Durchschnitt kommunale Schulden i. H. v. 4.299 Euro. Während im Jahr 2012 noch 13 Großstädte mehr als 6.000 EUR pro Kopf verzeichnen mussten waren es 2014 bereits 16. Des Weiteren weist gegenwärtig mehr als jede 2. Großstadt in Deutschland eine Pro-Kopf-Verschuldung von mehr als 4.000 EUR auf. Bei der Studie sind sog. Stadtstaaten nicht berücksichtigt worden.

Städte in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind besonders betroffen

Die Städte in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind besonders betroffen. Die 4 rheinland-pfälzischen Großstädte wiesen dem Bericht zufolge im Durchschnitt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 7063 EUR auf. In NRW sind es bei den 28 Großstädten 5081 €. Die am stärksten verschuldete Großstadt in Deutschland ist derzeit Saarbrücken. Hier liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 11.568 Euro.

Kluft zwischen arm und reich wird größer

Für die betroffenen Kommunen müssten massive Entschuldungsmaßnahmen erfolgen oder andere finanzielle Unterstützungen umgesetzt werden. Ansonsten wird sich in Deutschland die Kluft zwischen arm und reich immer weiter vergrößern. Zu erheblichen Kosten kommt es momentan natürlich auch durch die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge. Die dafür entstehenden Kosten werden den Kommunen nur z. T. ersetzt, sodass auch dadurch die Verschuldung einiger Städte weiter in die Höhe getrieben wird. Folglich besteht auch hier Handlungsbedarf.

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