Wie bekomme ich einen Beratungsschein?

Wie erhalte ich einen Beratungsschein?

Schuldner scheuen sich aufgrund der vermeintlichen Kosten häufig davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn dass sie ein Recht auf eine Rechtsberatung haben ist etlichen Schuldnern nicht bekannt. Menschen mit geringem Einkommen haben die Möglichkeit, sich einen Beratungsschein (Beratungshilfe) zu holen.

Wie beantrage ich den Beratungsschein?

Um einen Beratungsschein beantragen zu können müssen Sie Ihre Bedürftigkeit nachweisen. Dazu ist es erforderlich, dass Sie Ihre persönliche und wirtschaftliche Situation darlegen. Hierzu gehören bspw. Einkommensnachweise, Mietverträge, Unterhaltsverpflichtungen, Kredit- und Darlehensverträge und weitere Verpflichtungen.

Wo kann ich einen Beratungsschein beantragen?

Der Beratungsschein kann beim Amtsgericht, welches Ihrem Erstwohnsitz zugeordnet ist, beantragt werden. Ein sog. Rechtspfleger entscheidet dann über die Gewährung oder Ablehnung Ihres Antrags auf Beratungshilfe.

Ich habe einen Beratungsschein – Und jetzt?

Nachdem der Rechtspfleger Ihrem Antrag für den Beratungsschein stattgegeben hat, können Sie mit dem Beratungsschein einen Anwalt Ihrer Wahl aufsuchen. Ohne weitere Kosten befürchten zu müssen können Sie sich somit für die geringe Gebühr von 10 Euro eine anwaltliche Unterstützung holen. Der Anwalt stellt die weiteren Kosten gemäß dem Beratungshilfegesetz dem Staat in Rechnung.

Gründe für die Ablehnung eines Beratungsscheins

Natürlich kann ein Beratungsschein auch abgelehnt werden. Dafür gibt es mehrere Gründe, wovon hier einige beispielhaft aufgezeigt werden:

  • es sind günstigere Hilfsmöglichkeiten vorhanden,
  • das Rechtsgebiet fällt nicht unter das BerHG (zum Beispiel Steuerrecht),
  • in der Sache läuft derzeit ein gerichtliches Verfahren,
  • es ist eine Rechtsschutzversicherung vorhanden, die die Kosten deckt.

Einige Bundesländer haben Ausnahmen

Die Gewährung von Bewährungshilfe ist in der Bundesrepublik Deutschland leider nicht einheitlich geregelt. Z. B. gibt es in den Bundesländern Hamburg und Bremen gar keine Beratungshilfe. Hier können sich Schuldner stattdessen an eine öffentliche Rechtsberatung wenden. Die dafür eingerichteten Institutionen (Vergleichs- und Rechtsauskunftsstellen) erteilen Ihnen eine rechtliche Beratung. Das Aufsuchen eines Rechtsanwalts wird hier jedoch nicht unterstützt. Noch anders ist es in Berlin. Hier kann der Schuldner zwischen einer anwaltlichen Beratungshilfe und einer öffentlichen Beratung wählen.

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